Demokratie in der Schule
Presse
Pressemitteilung 1/07 hier als download
BOOKLET mit Kurzvorstellung aller Preisträger und ihrer Ideen hier als download
Damit Demokratie Spaß macht - Jugendliche aus aller Welt berichten, wie Mitbestimmung an Schulen funktionieren kann
Die Aula ist rappelvoll. Auf der Bühne stehen zwei Schüler, die erklären, warum gerade sie für den Posten des Schülersprechers geeignet sind. Wenn ihre Blicke durch das Publikum schweifen, sehen sie hier einen gelangweilten Blick auf die Uhr, dort ein abwesendes Starren ins Leere oder ein verzweifeltes Hin- und Herrutschen auf dem Sitz und ganz vereinzelt auch interessierte Zuhörer. Schülersprecherwahlen oder andere Schulkonferenzen sind für die meisten Jugendlichen ermüdend. Dabei erfüllen sie eine wichtige Funktion: Schüler können hier ihre demokratischen Rechte wahrnehmen.
Doch solche Sitzungen sind nicht die einzige Möglichkeit in der Schule demokratische Prinzipien anzuwenden. Um möglichst viele Wege für Mitbestimmung kennen zu lernen, hat das Deutsche Youth for Understanding Komitee den internationalen Aufsatzwettbewerb "Demokratie in der Schule" durchgeführt. Austauschschüler waren aufgefordert, anhand ihrer Erfahrungen im Gastland beispielhafte Modelle für die Stärkung der Demokratie in Schulen vorzustellen. 187 Jugendliche aus 29 Ländern hatten sich beteiligt, und am vergangenen Montag wurden in Berlin die besten 30 Arbeiten prämiert.
Auch Barbaras Aufsatz wurde ausgezeichnet. Die 17-Jährige verbrachte ein Jahr in Irland und ist nun ein großer Fan von dem so genannten "Transition Year". Dies ist ein extra Schuljahr als Übergang zwischen Mittel- und Oberstufe und dient dazu, sich zu orientieren, ein Praktikum zu absolvieren oder Geld zu verdienen. "Jeder kann selbst entscheiden, wie er das Jahr verbringen möchte", meint Barbara. "Dadurch wird man reifer und lernt besser mit sich selbst und mit anderen umzugehen." Dies sei sehr wichtig für das spätere Leben, und es sei schade, dass deutsche Schulen den Schwerpunkt auf Wissensvermittlung legen und darüber den Erwerb sozialer Kompetenzen vernachlässigen, so Barbara.
Das sieht Phillip ähnlich. Er möchte mehr Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Gleichheit in der Schule. Während seines Aufenthaltes in Dänemark konnte er beobachten, dass man diese Grundsätze erfolgreich umsetzen kann. Schüler und Lehrer waren dort "eine Gruppe gleichgestellter Individuen, bei der jede Stimme gleichviel Gewicht hat", erklärt der 22-Jährige in seinem Aufsatz. Sie würden die Unterrichtsthemen gemeinsam auswählen, daher könnten sich Schüler leichter für den Stoff begeistern.
Die Vorschläge der Jugendlichen für mehr Demokratie an Schulen reichen von Gruppendiskussionen, die Schüler selbst moderieren, über ungewöhnliche Projekttage bis zur Einrichtung von Schülerparlamenten und -verfassungen. Laut Veranstalter ist es den Teilnehmern vor allem wichtig, dass Schüler ihre Mitbestimmungsrechte wahrnehmen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und dafür zu sorgen, dass das Lernen mehr Spaß macht.
Wer reden kann, kann mitreden
Der Aufsatzwettbewerb " Demokratie in der Schule" ist ein Projekt des Deutschen Youth for Understanding Komitees.
187 Jugendliche, 126 deutsche und 61 ausländische, haben sich beteiligt und über gute Beispiele für Mitbestimmung an Schulen berichtet.
Die 30 Gewinner wurden mit Preisen im Wert von jeweils 100 bis 1 000 Euro ausgezeichnet.
Die besten Aufsätze werden voraussichtlich noch in diesem Monat veröffentlicht.
Mehr Infos und alle Preisträger unter www.demokratie-in-der-schule.de











